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Die Schule, an der eine fachpraktische Ausbildung unterrichtsbegleitend stattfindet, ist in Bayern die Fachoberschule. Somit ist sie ein Schultyp, der sich von allen anderen Schularten unterscheidet und es verdient, dass die fachpraktische Ausbildung an dieser Stelle näher kommentiert wird. |
1. Der zeitliche Rahmen |
Die Hälfte des Schuljahres in der elften Jahrgangsstufe ist der fachpraktischen Ausbildung vorbehalten. An unserer Schule wird das Schuljahr in acht, etwa gleich lange Blöcke von ca. vier bis fünf Wochen Dauer geteilt, d.h. es gibt vier Unterrichtsblöcke und ebenso viele Praxisblöcke, die sich zeitlich abwechseln. Die Arbeitszeit an der Praktikumsstelle richtet sich nach den Zeitvorgaben in den Betrieben und liegt somit zwischen 37,5 und 40 Wochenstunden. |
2. Der rechtliche Rahmen |
In der Praktikumsphase ist der Schüler kein Praktikant, sondern behält den Schülerstatus bei. Das bedeutet, versicherungsrechtlich gilt der Weg zur Praktikumsstelle als Schulweg. Ebenso sind die Tätigkeiten an der Ausbildungsstelle schulischen Tätigkeiten gleichgestellt, so dass bei Unfällen der Bayerische Gemeindeunfallversicherungsverband die Schäden deckt. Für Haftpflichtschäden, welche von Schülern an der Praktikumsstelle verursacht werden, ist zu Beginn des Schuljahres der Abschluss einer Haftpflichtversicherung durch die Schule obligatorisch. Diese versicherungsrechtlichen Gründe sind mit eine Ursache dafür, dass Fachoberschülern für ihre außerschulische Tätigkeit kein Entgelt bezahlt wird. Fallen in einen Praxisblock Ferienzeiten, so gelten diese auch für die Schüler im Praktikum. |
3. Ziel und Inhalt des Praktikums |
Die Ziele des Praktikums sind für die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit recht hoch gesteckt. Soll es doch erste berufliche Erfahrungen vermitteln, da Schüler, die von der zehnten Klasse einer weiterführenden Schule kommen, über keine Berufspraxis verfügen. Weiter sollen die im fachbezogenen Unterricht erworbenen theoretischen Kenntnisse durch die praktische Anwendung verbreitert und vertieft werden. Und nicht zuletzt kann das Praktikum der Berufsfindung dienen, da ein Wechsel der Ausbildungsrichtungen unter Umständen möglich ist. Damit diese Ziele verwirklicht werden können und die Firmen Anhaltspunkte für Inhalte der Ausbildung haben, gibt es Ausbildungspläne für alle Ausbildungssparten, die immer wieder aktualisiert werden. Mit anderen Worten: Wenn sich Firmen bereit erklären, eine Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen, so bekommen sie nicht eine kostenlose Arbeitskraft, sondern sie gehen die Verpflichtung ein, unsere Schüler an möglichst vielen Stellen, möglichst umfassend einzuweisen und das in recht kurzen Zeitabschnitten. Was dann noch an Mitarbeitsgewinn pro Schüler für die Firmen übrig bleibt, ist meist recht dünn. Das heißt betriebswirtschaftlich gesehen kosten Fachoberschüler die Ausbildungsfirmen Geld und bringen als Gegenleistung einen nur kleinen Gewinn. Denn als zukünftige Mitarbeiter stehen sie eventuell erst nach Jahren zur Verfügung, ganz im Gegensatz zu Fachhochschulpraktikanten. Dies ist auch der Grund, dass gute Praxisplätze nicht so häufig sind, wie die Schule dies vor allem zu Schuljahresbeginn bräuchte. In letzter Zeit macht sich auch der Rationalisierungsdruck bemerkbar, der von den betrieblichen Mitarbeitern das Letzte verlangt. Oft gehen sehr gute Stellen dadurch verloren, dass die Mitarbeiter nicht mehr in der Lage sind, genügend Zeit für die Anleitung unserer Schüler aufzubringen. Trotz dieser für die Firmen negativen Bilanz gibt es eine ganze Reihe von Betrieben, welche unserer Schule zum Teil seit Jahrzehnten Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und unsere Schüler, die nicht immer so hoch motiviert sind, wie es wünschenswert wäre, optimal unterweisen. Diesen Firmen sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt. Jeder Ausbildungsbereich weist Besonderheiten hinsichtlich der Konzeption und der Praktikumsgestaltung auf. Diese erfahren sie in den einzelnen Bereichen. |
4. Informationen zum Herunterladen (Powerpoint-Präsentationen - gezippt) |
Fachrichtung Gestaltung |